Digitale Schwarzweiss-Fotografie

DSWF - Digitale SchwarzWeiss-Fotografie

Bildgestaltung

Andreas Feininger: "Die Absicht ist nicht nur die wichtigste der vier Grundeigenschaften, die jedes gute Foto aufweisen muß, sondern auch die vielfältigste."

Grundlagen

Dieses Thema wird oft und von vielen Seiten betrachtet. Es gibt bestimmte Richtlinien, die immer wieder empfohlen werden, jedoch gibt es keine immer gültige Anleitung zur Gestaltung von Fotos. Trotzdem habe ich hier einige Anregungen zusammengefasst, an denen man sich bei seinen eigenen Fotos orientieren kann. Nichts davon ist Pflicht, aber es lohnt sich, die einzelnen Punkte genauer zu betrachten und damit eine eigene Vorgehensweise zu entwickeln.

Ein großes Vorbild ist für mich Andreas Feininger. In seinen Büchern hat er in einer klaren Art und Weise beschrieben, welche Möglichkeiten der Einflussnahme und Kontrolle beim Fotografieren zur Verfügung stehen. Auch zur Gestaltung von Bildern hat er in "Die hohe Schule der Fotografie, 1961 (2000)" einige Punkte genannt:

Wie man sieht, sind dies keine Anleitungen oder Rezepte zum Fotografieren, sondern Stichpunkte, deren Inhalt man sich erst erarbeiten muss. Sicherlich kann man auch nicht alles davon in ein einziges Foto packen, aber es lohnt sich sicherlich, vor dem Auslösen über den einen oder anderen Punkt nachzudenken.


Hilfsmittel

Die Kamera selbst beinhaltet bereits die wichtigsten Hilfsmittel zur Bildgestaltung, nämlich Blende und Verschluss. Mit diesen beiden Vorrichtungen können einige Einflüsse auf die Gestaltung des Fotos kontrolliert werden:

In bestimmten Situationen ist es angebracht, ein Blitzgerät zu benutzen, dazu muss es nicht unbedingt dunkel sein. Mit dem Blitz können z.B. bei Gegenlichtaufnahmen harte Kontraste (besser gesagt, große Dynamikumfänge) abgemildert werden, so dass es nicht zu Über- bzw. Unterbelichtungen von Bildbereichen kommt.

Zur Objektivwahl möchte ich hier noch ein wichtiges Zitat  einfügen:

"Überladene Motive wirken unordentlich und verwirrend - eine unfotogene Charakteristik von Anfängern, die fest entschlossen zu sein scheinen, soviel wie nur möglich in ein Bild hineinzustopfen. Offenbar hegen sie den Glauben, was dem umherschweifenden Auge gefällt, müsse auch in Bildform wirkungsvoll sein, und vergessen dabei, dass ein Bild feste Grenzen hat; je mehr sie in diesen engen Rahmen hineinzwängen, desto kleiner und unscheinbarer wird alles. Diese ganz und gar unfotogene Gewohnheit werden sie nur dann ablegen, wenn sie lernen, "fotografisch zu sehen" - in diesem Zusammenhang: ein aus vielen Einzelheiten bestehendes Motiv optisch zu zerlegen und einzelne Teile getrennt zu fotografieren.

Hierzu gehört übrigens auch die Beobachtung, dass fast alle Anfänger, die sich ein Zweitobjektiv zulegen, Weitwinkelobjektive wählen, die von demselben Kamerastandpunkt aus ein noch weiteres Bildfeld erfassen als Normalobjektive und somit die unfotogene Angewohnheit, zu viel auf das Bild zu bringen, noch verschlimmern. Meiner Meinung nach wären sie besser beraten, wenn sie ein mittleres Teleobjektiv nähmen, was wegen seines engeren Bildwinkels alles im grösserem Massstab abbildet und dadurch die Bildwirkung verbessert."

Andreas Feininger, Richtig sehen – besser fotografieren, 1973


Nicht zuletzt ist ein gutes Stativ ein außerordentlich gutes Mittel zur Bildgestaltung. Es gibt dem Fotografen die Möglichkeit, den Bildausschnitt in aller Ruhe zu kontrollieren und zu verbessern. Dies ist auch bei der Sport- und Actionfotografie anwendbar, indem die Kamera mit dem Stativ vor dem eigentlich zu fotografierenden Ereignis so aufgebaut wird, dass ein entsprechend passender Hintergrund für das eigentliche Objekt gewählt wird. So gelingen auch ungewöhnliche Ansichten von Sportereignissen, wie sie nicht jeder Fotograf erreicht.


Literaturempfehlung

Andreas Feininger: Die hohe Schule der Fotografie ISBN 3453412192
Grosse Fotolehre ISBN 3453179757