Digitale Schwarzweiss-Fotografie

DSWF - Digitale SchwarzWeiss-Fotografie

Scharfzeichnen

Allgemeines

Digitalen Fotos fehlt aufgrund der großen Darstellung am Monitor oder auf Ausdrucken oft die Schärfe. Bei Fotos, die auf Film gemacht und dann im Format 10 x 15 cm oder auch noch 18 x 24 cm vergrößert wurden, war die Schärfe immer ausreichend, die riesigen Bilder aus den Digitalkameras zeigen aber deutlich mehr als solche Bilder. Daher werden digitale Fotos meistens nachgeschärft.

Ich möchte hier nicht auf die Einzelheiten von Kontrast und Schärfeeindruck eingehen, dazu gibt es im Internet genügend Stellen zum Nachlesen. Die einfachen Schärfungsfilter von Photoshop erzielen meiner Meinung nach auch nicht das optimale Schärfungsergebnis, das kann auch jeder selbst ausprobieren. Eine einfache und sehr gute Art des Schärfens, die universell für fast alle Zwecke angewendet werden kann, werde ich nun beschreiben.

Workflow zum Scharfzeichen für Photoshop

-    Das Foto wird zunächst komplett bearbeitet (Tonwerte, Helligkeit, Kontrast usw.). Dann wird die Anzeige des Fotos auf "Tatsächliche Pixel" eingestellt, damit eine vernünftige Beurteilung der Scharfzeichnung möglich ist. Nun wird eine Kopie der Hintergrundebene erstellt.

Erzeugung der Hintergrundkopie

-    Auf diese Kopie wird der Filter "Hochpass" mit einem Radius zwischen 0,2 und 1,2 angewendet

Hochpass-Filter

-    Danach wird bei den Ebenen-Eigenschaften der entsprechende Modus gewählt

Ebenenmodus wählen

-    Die einzelnen Auswahlmöglichkeiten ergeben natürlich völlig unterschiedliche Ergebnisse:

Überlagern: schwache Schärfung
Weiches Licht:: etwas stärkere Schärfung
Hartes Licht: natürlich erscheinende Schärfung
Strahlendes Licht: starke Schärfung
Lineares Licht: extrem starke Schärfung

-    Das Feintuning des Schärfe-Eindrucks erfolgt nun über die Einstellung der Deckkraft

Einstellung der Deckkraft

-    Danach werden die Ebenen auf die Hintergrundebene reduziert, und das Bild kann gespeichert werden.


Selektives Schärfen
(Danke an Andreas K. für diese Erweiterung)

Die beste Methode für selektives Schärfen ist die Arbeit mit einer Ebenenmaske. Dazu wird wie oben beschrieben eine Kopie der Hintergrundebene erstellt. Man schärft zunächst das ganze Bild in der neuen Ebene (mit welcher Methode auch immer), weist der geschärften Ebene dann eine schwarze Ebenenmaske zu und malt mit einem weichen weißen Pinsel in der Ebenenmaske gezielt die Bereiche frei, die tatsächlich geschärft werden sollen. Über die Deckkraft des Pinsels kann man damit sogar die Stärke des Effektes ganz individuell steuern. Hat man versehentlich eine falsche Stelle geschärft, kann mit einem schwarzen weichen Pinsel der Effekt wieder "weggemalt" werden. Zum Schluss werden die Ebenen wieder auf die Hintergrundebene reduziert und das Bild gespeichert.